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Kurzrezension | Rick Remender, Wes Craig & Lee Loughridge: Deadly Class: Die Akademie der tödlichen Künste

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Als Sinah und ich auf der Leipziger Buchmesse über den Stand des Cross Cult-Verlags stolperten, hätte ich am liebsten eine Wagenladung an Comic und Mangas mitgenommen. Schon ein erster Blick reichte, um mich so richtig zu catchen. Dass uns Lea dann im Gespräch auch noch so richtig angefixt hat, gab mir echt den Rest. Eines meiner persönlichen Highlights aus dem Programm entpuppte sich allerdings für mich als Enttäuschung. Ich verrate dir jetzt, warum mich Deadly Class leider nicht überzeugen konnte.

Trotzdem möchte ich mich natürlich beim Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanken. Danke schön dafür!


Klappentext:

Mord ist Kunst, Töten ist Handwerk. Willkommen in der brutalsten Schule der Welt, wo die Sprösslinge der erfolgreichsten Verbrecherfamilien zu den Killern von morgen ausgebildet werden. An der Akademie der tödlichen Künste steht „Giftmischen 101“ und „Tatortsäuberung“ auf dem Stundenplan, und die Lehrer sind angesehene Mitglieder des organisierten Verbrechens.

San Francisco, 1987. Ronald Reagan hat Marcus Lopez‘ Leben ruiniert. Aber als Marcus sich plötzlich an der King‘s Dominion Akademie wiederfindet, sieht er seine Chance auf Rache gekommen. Doch auch an der außergewöhnlichsten Schule muss man sich mit den üblichen Problemen herumschlagen: Mädchen, arrogante Mitschüler, Hausaufgaben und nicht zuletzt einem blutigem und abgefahrenem Trip nach Las Vegas…

Deadly Class, geschrieben von Rick Remender (SEVEN TO ETERNITY, X-Men, Venom, Low, Black Science) und illustriert von Wesley Craig, startet am 27. Februar 2019 als TV-Serienumsetzung, produziert von Anthony und Joe Russo (Avengers: Infinity War), auf SYFY.

Details:

Cross Cult – 176 Seiten – Comic – 16,80€ – Erschienen am 27.7.2019 –


Nachdem Marcus’ Eltern bei einem blöden Zufall zu Tode gekommen sind und er es im Heim nicht mehr aushielt, schlägt sich der Teenager auf der Straße durch. Von Hunger, Trostlosigkeiten und Rache gequält und von Polizisten verfolgt, landet er plötzlich in der Akademie der tödlichen Künste. Dort wird ihm die Möglichkeit geboten, eine Ausbildung zu erhalten, die seinen Wunsch auf Rache in greifbare Nähe rückt. Doch seine Mitschüler sind nicht zu unterschätzen und sind ihm alles andere als wohlgesonnen. Um sich zwischen den Kindern der Killer von heute zu behaupten, muss er einer der besten Killer von morgen werden.

Fangen wir mit dem Offensichtlichen an, dem Cover. Ich muss sagen, dass es für mich ein absoluter Hingucker ist. Ich mag die reduzierten Farben und auch die Spiegelung trifft meinen Geschmack. Es wirkt geheimnisvoll, aber auch aggressiv, morbide und brutal. Mich reizte es dadurch schon vom ersten Augenblick an!

Durch den Klappentext hatte ich sowas wie Harry Potter für Assassinen im Kopf, doch damit liegt man leider weit daneben, denn zumindest im ersten Band bekommt man von dieser Akademie herzlich wenig zu sehen. Es werden ein paar Schulfächer genannt, doch hauptsächlich dreht es sich um das Miteinander der Schüler. Fast die Hälfte des Comics verbringt man dann auf einem Road- und Drogentrip, der in den schillernsten Farben dargestellt wird. Ich finde es super schade, dass die Schule, die ja auch extra im Untertitel erwähnt wird, im ersten Band so extrem kurz kommt.

Leider konnte mich auch der Zeichenstil nicht wirklich bei Laune halten. Auf mich wirkt er sehr roh und kantig, was mich normalerweise auch nicht anspricht. Bei einer guten Story könnte ich darüber allerdings hinwegsehen. Hinzukommt, dass die Charaktere sehr viel älter aussehen, als sie eigentlich sind. Allein durch die Zeichnungen hätte ich Marcus auf Mitte Zwanzig geschätzt. Dass er und seine Mitschüler noch Teenager sein sollen, war für mich schwer vorstellbar und mich selbst immer wieder daran zu erinnern, dämpfte das Lesevergnügen. Dass man über Marcus’ Begleiter dann auch noch kaum was erfährt, machte es nicht leichter sich in die Charaktere hineinzufühlen.

Leider wurden im Laufe des Comics dann auch Dinge angesprochen, die für mich ein absolutes K.O.-Kriterium sind. Du schlägst deinen Gegner so zusammen, dass sein Hirn auf den Asphalt tropft? Kein Problem, mit Gewalt ist hier ja zu rechnen. Es spritzt das Blut einem Springbrunnen gleich? Ach, es gibt Schlimmeres! Nur bei Tieren werde ich empfindlich und hier überschreitet der Comic für mich tatsächlich eine Grenze. Obwohl es wirklich nur eine Randnotiz ist und auch nur in zwei Szenen vorkommt, reichte es um mir den Magen umzudrehen. Und damit bin ich leider absolut raus. Ohne dieses Detail hätte ich Band 2 gern noch eine Chance gegeben, doch das kann ich unter diesen Umständen einfach nicht und damit ist Deadly Class mein erster Fehlschlag seit Langem, obwohl es mich wirklich schmerzt das sagen zu müssen. Ich wollte ihn so gern mögen…

Was ich kurz sagen wollte... (Dein Kommentar geht danach in die Prüfung zur Freischaltung! ♥)