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Rezension | Anna Weydt: Das steinerne Schloss

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Ich hatte ja neulich schon erwähnt, dass ich liebend gern Post bekomme und Briefe unheimlich toll finde. Das wusste die liebe Anna Weydt scheinbar auch ohne den Artikel schon und verschickte schon vor einer Weile einen wunderschön gestalteten Brief, der mich sehr neugierig auf ihr Debüt Das steinerne Schloss machte. Zusammen mit meiner mystischen Begleiterin, die ich euch gleich noch näher vorstelle, gebe ich euch nun einen genaueren Einblick in das fantastische Abenteuer!


Klappentext:

Ein Talisman, der sie beschützt. Eine Sage, die sie verfolgt. Ein Familiengeheimnis, das sie lüften muss. Als Charlie aus dem Nichts von mythischen Kreaturen angegriffen wird, treten ihre Alltagssorgen mit einem Schlag in den Hintergrund. Die einzige Aussicht auf Schutz bietet ein Bündnis mit dem wortkargen Erik, der ihr wie auf Schwingen getragen zu Hilfe eilt. Kann ihr mysteriöser Retter Licht ins Dunkel bringen? Gefangen in einem Labyrinth aus Lügen kämpft Charlie um Antworten. Doch fündig wird sie erst, als es längst kein Zurück mehr gibt.

Details:

* books2read * 323 Seiten * eBook * 0,99 € * Erschienen am 15.09.2018 *


Die Geschichte um Charlie und das Vermächtnis ihrer Familie beginnt wirklich großartig. Der Schreibstil der Autorin hat mich direkt überzeugen, die Spannung jagt den Puls direkt in die Höhe, sodass ich sogar im zweiten Kapitel bereits das Gefühl hatte, ich würde eher einen Fantasy-Thriller lesen. Absolut packend! Leider fällt es Anna aber im Verlauf der Geschichte immer schwerer mich zu begeistern. Wie heißt es so schön: hoch geflogen– tief gefallen oder stark begonnen und stark nachgelassen. Doch bevor ich mich nun in Wortspielen verliere, möchte ich euch natürlich auch erklären, was es mit der nachlassenden Begeisterung auf sich hat.

Anna Weydt Das steinerne Schloss.jpg

Bei dem im Klappentext erwähnten mysteriösen Retter handelt es sich um Erik. Erik ging mir schon nach kurzer Zeit tierisch auf die Nerven, denn seine liebste Angewohnheit ist es ohne vorherige Erklärung teils tagelang zu verschwinden und auch im Nachgang erhalten weder Charlie noch der Leser nähere Erläuterungen zu seinen Handlungen. Was zunächst noch geheimnisvoll wirkt, wird allerdings zunehmend nervig, da die Auflösungen nur kleckerweise kommen und Erik dadurch einfach immer unsympathischer wird.

Auch Charlie fand ich ab einem bestimmten Punkt sehr anstregend. Sie wirkt auf mich unheimlich unselbstständig, denn nahezu jeder eigene Gedanke und jede Idee wird von ihr selbst im Keim erstickt, als irrational oder blöd hingestellt und oftmals später dann von einem anderen Charakter als großartige Idee präsentiert. Hätte die Protagonistin nur einen Hauch mehr Selbstbewusstsein gehabt, wäre die Story wesentlich schneller vorangekommen und sie hätte Erik vermutlich rechtzeitig in den Allerwertesten getreten und gefragt, was dieser Zirkus von ihm soll. Doch leider passiert das genaue Gegenteil und es wird eine für mich absolut unnötige und an den Haaren herbeigezogene Liebesgeschichte eingesponnen, die mir persönlich wirklich den Rest gab.

Absoluter Sympathieträger war für mich allerdings Eriks Greif Katrei. Sie glänzt durch ungebrochene Loyalität, Mut und ist einfach die perfekte Begleiterin. Für mich hat sie einiges wieder gut gemacht, konnte es aber dennoch nicht ganz retten. Dafür ist ihre Rolle leider zu klein.

Es ist wirklich faszinierend, was so ein Buddyread ausmachen kann. Dank Ella und Wiebi, mit denen ich das Buch zusammen gelesen habe, bin ich tatsächlich am Ball geblieben, obwohl ich ein paar mal versucht war, das Buch abzubrechen. Ich war und bin immer noch so angefressen, dass dieser grandiose Start so verschenkt wurde, denn für mein Empfinden hätte man da viel mehr herausholen können. Somit kann ich leider nicht anders und packe es, da es sich um ein Debüt handelt, in die Kategorie Mittelding.


Wer hat das Buch sonst bereits gelesen und wir habt ihr das Ganze empfunden? ich bin gespannt auf eure Meinung!

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Das sagt Ella Woodwater:

“Die Ideen waren gut, aber die Umsetzung zu glatt und vorhersehbar. Teilweise auch einfach viel zu schnell abgehandelt. Ich hätte mir hier und da einen Satz mehr gewünscht, der mich den Charakteren und ihren Gefühlen näher gebracht hätte.”

Das sagt Stars, stripes & books:

“Ich bin ein Fan von kurzen, knackigen Kapiteln. Selbstverständlich ist das Geschmackssache. Auf jeden Fall wurden die Kapitel immer länger, die Grundhandlung wiederholte sich, Erik nervte und die Spannung riss ab.”

6 Comments

  • Wiebi Peters

    Hallo Liebes!

    Ich bin auch wahnsinnig froh, dass wir das Buch gemeinsam gelesen haben. Wie du schon schreibst, der Beginn war wahnsinnig gut, das zweite Kapitel immens spannend. Doch dann kam die Wendung was mehr als nur unglaublich tragisch ist … Da war so viel Potenzial.
    Aber, was nicht ist kann ja noch werden … Wer weiß.

    Liebste Grüße,
    Wiebi

  • Tastenklecks (@tastenklecks)

    Hey Rika!
    Schade, wenn einem eine Figur schon so schnell auf die Nerven geht. Das vermiest echt alles. Hab das zum Glück eher selten. Aber an Haaren herbeigezogene Liebesgeschichte? Da bin ich neugierig. Oft hat die Liebe ja eh keine wirklichen Gründe. Ist plötzlich da, unerklärbar. Buddyreads sind richtig toll – hab ich viel zu selten.
    Danke für diese offene Rezension!
    Hab das Buch noch nicht gelesen und das könnte auch noch dauern…
    *Sara*

    • Rika

      Hallo Sara!
      Dein Kommentar kam hier heil an! 🙂
      Es ist halt echt schwer, wenn einem eine wichtige Figur so unsympathisch ist, aber es war echt anstrengend. :/
      Die Lovestory hat für mich einfach keine Basis. Plötzlich ist sie halt verknallt und keiner weiß, wo es herkommt. Schwiiierig… 😀
      Buddyreads machen so Spaß! Ich sollte das auch öfter machen. 🙂

      Liebst,
      Rika

Was ich kurz sagen wollte... (Dein Kommentar geht danach in die Prüfung zur Freischaltung! ♥)