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[Rezension] Jana von Bergner: Keiner trennt uns

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“Keiner trennt uns” ziert noch nicht allzu lange mein Bücherregal, doch ich erinnerte mich direkt an den Klappentext, als für die Reise durch die Genres im Juli zum “Familiendrama” aufgerufen wurde. Fast hätte ich die Monatsaufgabe nicht erfüllen können, denn dieses Buch hat mich einige Nerven gekostet…


Klappentext:

Ein einziger Moment kann alles verändern. Als Hannas Vater plötzlich stirbt, sind sie und ihre drei Geschwister Pia, Emma und Mika mit einem Schlag Vollwaisen. Doch Hanna ist stark, für sich und ihre jüngeren Geschwister. Vor Gericht kämpft die 21-Jährige schließlich um die Vormundschaft. Unterstützung erhält sie von dem nicht ganz unattraktiven Mark, ausgerechnet jenem Polizisten, der ihr die Todesnachricht überbracht hat. Doch was bewegt ihn dazu, ihr zu helfen? Und was verschweigt er ihr? Während beide mit ihren inneren Dämonen kämpfen, bleibt nur eine Frage: Ist Liebe stärker als Angst?

»Keiner trennt uns« ist der bewegende und zutiefst berührende Auftakt der neuen New Adult-Reihe von Jana von Bergner. Eine Geschichte von Verlust und Wiederfinden, von Tod und Leben, von Familie und Erwachsenwerden, von Mut und Hoffnung und dem Kampf um die ganz große Liebe.

Details:

* Books on Demand * 256 Seiten * Taschenbuch * 9,99 € * Erschienen am 17.04.2018 *


Seit dem Tod der Mutter versucht die 21-jährige Hanna diese für ihre drei jüngeren Geschwister zu ersetzen und die Familie so gut es geht am Laufen zu halten. Als plötzlich auch noch der Vater verstirbt, steht die junge Medizinstudentin ganz allein da und findet sich in einem Sorgerechtsstreit mit ihrer Tante wieder. In ihrer Verzweiflung sucht sie bei dem mitfühlenden Polizisten Mark Halt und spinnt ein fragiles Konstrukt aus Halbwahrheiten und Lügen. Doch auch Mark trägt einige Geheimnisse mit sich herum, die er niemanden anvertraut. Hat eine Beziehung auf einer solchen Basis überhaupt eine Zukunft?

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Ich muss sagen, dass ich von dem Cover absolut angetan war. Es ist schlicht, elegant, ein bisschen mädchenhaft und für mein Verständnis einfach traumhaft schön. Doch so schön der Einband auch ist, so wenig konnte mich das Buch mit seinen inneren Werten überzeugen und ich erkläre euch natürlich gern woran das lag.

Die Idee der Story an sich gefällt mir immer noch unheimlich gut. Dass zwei Menschen über die Widrigkeiten von Tod, Familienproblemen und Sorgerechtsstreitigkeiten zueinander finden, finde ich sehr spannend. Leider konnte ich mit den Protagonisten absolut nichts anfangen und kam so nur schwer in die Handlung rein und war nach etwa der Hälfte mehrfach versucht das Buch abzubrechen.

Hanna ist für mich einfach zu perfekt. Sie ist die aufopfernde Schwester, die alles, also wirklich alles hinter der Familie anstehen lässt. Selbst ihre eigene Zukunft steht auf dem Spiel, da sie wegen der Sorgerechtsfrage auch ihr Studium vernachlässigt. Leider fand ich dadurch überhaupt keinen Zugang zu ihr. Ich persönlich könnte ihr gar keine weiteren Merkmale zuordnen, die nicht irgendwie Bezug auf ihre Familie nehmen, was ich ausgesprochen schade finde. Auch macht sie im Laufe der Geschichte keine nennenswerte Entwicklung durch. Für sie steht fest, dass die Familie zusammengehalten werden muss; komme was wolle und das wird beinhart durchgezogen. Dadurch ist noch bevor man das Buch aufschlägt völlig klar, wie es enden wird.

Marks Entwicklung hingegen entbehrt für mich jede Logik. Ich war einfach nicht in der Lage seine Beweggründe nachvollziehen zu können, denn oftmals läuft es bei ihm nach Schema F: er wird mit einer Situation konfrontiert, es wird erklärt, dass er das niemals könnte, er tut es dann doch. Er handelt immer wieder entgegen seinem Naturell, seinem Charakter und seiner eigenen Gedankengänge. Nachdem dies zwei, drei mal passierte, war ich einfach nur genervt. Obwohl er zwar seine eigenen Sorgen, Ängste und Nöte hat, wandelt er sich innerhalb eines Wimpernschlags, nachdem er Hanna kennen gelernt hat, in eine völlig andere Person. Das einzige, was er die ganze Zeit beibehält, ist seine Geheimniskrämerei, die einen völlig vorhersehbaren Konflikt mit sich bringt.

Auch der Schreibstil der Autorin konnte mich nicht wirklich überzeugen. Für ich wirkte er leider an vielen Stellen zu gezwungen. Vor allem die ständigen Beschreibungen von Gerüchen in den einzelnen Kapiteln wurde mir irgendwann einfach zu viel. Vielleicht bin ich einfach nicht der Typ Mensch, der ständig darauf achtet, wie andere riechen und ich verbinde auch selten ganz bewusst Düfte mit bestimmten Situationen, daher konnte ich diesen Beschreibungen, die sich teils auch wiederholten, nichts abgewinnen.

Im nachhinein betrachtet, ist der Aufbau der Story zwar irgendwie logisch, doch gefühlsmäßig kam bei mir leider überhaupt nichts davon an. Die einzige Person, die ich wirklich mochte, war Hannas kleiner Bruder Mika. Doch leider reicht mir das nicht, um das Buch weiterempfehlen zu können. Somit muss ich leider sagen, dass es  für mich in die Kategorie Fehlschlag fällt. Ich muss sagen, dass ich schon sehr leichte Lektüre erwartet habe und das Buch meine Erwartungen dennoch untertroffen hat, da ich bei fast allen Charakteren die Tiefe und Persönlichkeit vermisst habe und mir viele Momente sehr unrealistisch vorkamen.


Wie ihr wisst, beruhen alle meine Rezensionen auf meiner eigenen Meinung und jeder empfindet beim Lesen anders. Ich hoffe jedenfalls, dass ich euch meine Kritikpunkte verständlich erklären konnte.

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One Comment

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