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Rezension | Juno Dawson: Clean

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Bücher mit schwierigen Themen sah man dieses Jahr ja überall. Von Vergewaltigung über schwierige Elternhäuser gab es so ziemlich alles und wenn es um Drogen ging, war Clean DER Titel. Auch ich kam nicht um das Buch herum, doch so ganz glücklich bin ich damit nicht…

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares! Und damit gibt es auch wieder meinen kleine Werbehinweis: Kann Spuren von Werbung enthalten.


Klappentext:

Lexi ist reich, cool, ein It-Girl – und heroinsüchtig. Nach einer Überdosis landet sie in der Clarity-Klinik. Ihr Entzug ist hart, die Therapie schier unerträglich, vor allem die Treffen mit den „Mitinsassen“: Aufputschmittel-Junkie Saif, Trans-Mädchen Kendall, Guy mit der Zwangsneurose, Bulimikerin Ruby, Ex-Kinderstar Brady. Doch ausgerechnet diese fünf werden zu echten Freunden. Und Brady vielleicht mehr. Lexi öffnet sich vorsichtig, beginnt ihr zerstörerisches Leben zu hinterfragen. Aber ist ein anderer Weg überhaupt möglich?

— Ein Buch, das unter die Haut geht: scharfsinnig, scharfzüngig und schmerzlich realistisch! —

Details:

Carlsen Verlag – 400 Seiten – Hardcover – 17,99 € – Erschienen am 28.06.2018 – Hier kaufen*


Leider hat Clean meine Vorstellung von einer sollen Geschichte nicht erfüllen können. Ich habe eine schonungslos ehrliche, dreckige und auch abschreckende Story erhofft, doch so richtig abgeholt hat sie mich nicht und leider auch nicht wirklich berührt. An einigen Stellen war mir das Buch zu weichgespült, zu sanft für diese Thematik, was mich ordentlich frustriert hat. Ganz verloren war ich ab dem Moment, wo das Pferd ins Spiel kam. Ja, Tiere können bei Therapien sehr hilfreich sein und dass Lexi den Luxussport als Kind ausgeübt hat– geschenkt! Doch diese Ostwind-Story vom wilden Pferd und dem Mädchen, die sich gegenseitig therapieren? Nee. Sorry, aber da bin ich sowas von raus.

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Wirklich gut gefallen hat mir allerdings der Anfang mit Lexis Einweisung in die Klinik. Ich war begeistert von der authentischen Schilderung und wollte genau davon einfach mehr haben, doch zum Ende hin fand ich es doch ziemlich klischeehaft und aufgehübscht. Für meinen Geschmack wollte die Autorin einfach zu viel in das Buch stecken: harter Entzug, Lovestory, Pferdemädchen-Geschichte. Es war alles da, aber von allem irgendwie zu wenig, was dazu führte, dass mich nichts davon so richtig berührte. Hier hätte man für meinen Geschmack Abstriche machen sollen, um mehr Intensität an Gefühl in die anderen Handlungsstränge stecken zu können.

Generell ist Clean kein schlechtes Buch. Ich fand den Einblick in die verschiedenen Suchterkrankungen sehr interessant und auch realistisch dargestellt. Auch einige Therapie-Szenen konnten mir einen guten Einblick in die Gedankenwelt von Suchterkrankten und Entzugspatienten geben, doch das alles erreichte mich nicht wirklich, ließ mich nicht mitfiebern oder an den Schicksalen teilhaben. Somit landet dieses Buch für mich in der Kategorie Mittelding.


Geschichten, die schwierige Themen behandeln, sind ja nicht für jeden was, doch ich mag sie zwischendurch sehr gern. Habt ihr noch Buchempfehlungen?

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Das sagt Ivy.Booknerd:

Irgendwie hat sich diese schonungslose Geschichte vom Anfang in eine eher harmlose Romanze entwickelt, was mir ebenfalls einfach viel viel zu schnell ging. Es war fast so, als gäbe es nur zwei Lager, die Süchtigen und dann die Nichtsüchtigen, kein dazwischen, nur schwarz und weiß.

Das sagt Lovin Books:

Das Buch klärt auf über jegliche Drogen und deren Konsequenzen. Es räumt mit Vorurteilen gegenüber Transgender auf, erläutert die Schwierigkeiten bei Essstörungen und zeigt, dass jeder in irgendeine Form von Sucht rutschen kann.

Was ich kurz sagen wollte... (Dein Kommentar geht danach in die Prüfung zur Freischaltung! ♥)