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[Rezension] L.J. Shen: Vicious Love– Sinner of Saint

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Kennt ihr dieses Gefühl von Übersättigung beim Lesen? Ich kann mit Gewissheit sagen, dass ich mich im Genre Fantasy am wohlsten fühle und auch die meisten meiner gelesenen Bücher in diese Kategorie fallen. Doch es passiert mir immer wieder, dass ich irgendwann an den Punkt komme, dass ich keine Feen, Elfen und Magier mehr sehen kann. Dass ich genug von dystopischen Settings habe und dann brauche ich etwas ganz anderes. Um den Kopf mal freizupusten, sage ich immer und um einfach mal wieder was anderes zu sehen. So kam es, dass ich nach langer, langer Zeit mal wieder zu einem Genre gegriffen habe, dass ich lange gemieden habe. Das letzte Buch, das ich aus dem Bereich Erotik gelesen habe, habe ich gekauft, bis zu Seite 23 gelesen und noch am selben Tag wieder verkauft. Ihr merkt also, dass die Vorzeichen denkbar schlecht waren, aber auf Vicious Love– Sinner of Saints von L.J. Shen hatte mich einfach neugierig gemacht. Daher bedanke ich mich bei LYX für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und weise kurz daraufhin, dass dieser Beitrag eventuell Spuren von Werbung beinhalten könnte oder aber auch nicht.


Klappentext:

Emilia LeBlanc traut ihren Augen nicht, als sie nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder Baron “Vicious” Spencer gegenübersteht. Vicious, der ihr das Leben einst zur Hölle gemacht hat. Vicious, der nie nett, immer furchtbar zu ihr war. Vicious, der sie ans andere Ende der USA und weg von ihrer Familie getrieben hat. Vicious, der einzige Mann, den sie je geliebt hat.

Inzwischen ist er ein erfolgreicher Anwalt und leitet mit seinen drei besten Freunden ein Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen. Emilia, die es kaum schafft, sich und ihre kranke Schwester über die Runden zu bringen, weiß, dass Vicious der letzte Mann ist, den sie jetzt in ihrem Leben gebrauchen kann. Und doch kann sie sich wie damals schon einfach nicht von ihm fernhalten …

Details:

* LYX Verlag * 435 Seiten * Taschenbuch * 12,90 € * Erschienen am 27.04.2018 *


Emilia LeBlanc hat es denkbar schwer, als sie als Teenager mit ihren Eltern umzieht. Sie ist nur die Tochter der Haushaltshilfen und das bekommt sie auch von jedem an der Schule zu spüren– besonders von Baron Spencer, der sich von allen nur “Vicious” nennen lässt und für dessen Familie die LeBlancs arbeiten. Doch Emilias Unbeliebtheit erweist sich fast noch als ihr kleinstes Problem, denn um ihre Eltern und ihre kleine Schwester zu schützen, ist sie plötzlich gezwungen sie zu verlassen und allein völlig neu anzufangen…

…um zehn Jahre später festzustellen, dass sie am Ende ist. Emilia versucht sich und ihre kranke Schwester mit kleinen Jobs über Wasser zu halten, doch es reicht vorn und hinten nicht. Als sie Vicious nach all der Zeit plötzlich wieder begegnet, macht dieser ihr ein unglaubliches Angebot und es entflammt ein Kampf zwischen Kopf und Herz – Verstand und Gefühl.

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Vicious Love fiel mir bereits in der Verlagsvorschau ins Auge. Das schlichte, aber schöne und hochwertig gestaltete Cover zog meinen Blick praktisch magisch an und auch der Klappentext reizte mich. Ich hatte zwar zunächst einige Vorbehalte, doch L.J. Shen schaffte es schnell diese aus dem Weg zu räumen.

Ich bin ein kleiner Emilia-Fan! Die Protagonistin kann man eigentlich nur lieben, denn sie hat eine wundervoll unkonventionelle, kreative und unangepasste Art, die sie unheimlich sympathisch macht. Obwohl sie sich schon als junges Mädchen scheinbar kaum von den Mobbingversuchen ihrer Mitschüler beeindrucken lässt, kann ich mich nicht des Gefühls erwehren ein bisschen Mitleid mit ihr zu haben. Sie ist einfach so eine liebe Frohnatur, fast unschuldig und immer unvoreingenommen, dass man sie einfach ins Herz schließen und für sie kämpfen muss. Ich glaube, eine Freundin wie sie, hätte jeder gern. Und danke danke danke, dass es sich endlich mal nicht um eine kleine graue Maus handelt, die sich ihrer Schönheit angeblich gar nicht bewusst ist und der dennoch alle Herzen zufliegen! Zumindest ein Klischee wurde hier mal nicht bedient!

Komplett gegensätzlich dazu ist Baron “Vicious” Spencer, der unheimlich düster, zerknirscht und geheimnisvoll dargestellt wird. Schon zu Schulzeiten ist er sich seiner Macht und seinem Einfluss bewusst und nutzt all das schamlos aus. Loyalität kennt er nur gegenüber seinen drei Freunden, mit denen er auch später zusammen ein Unternehmen gründet. Er ist der Inbegriff des Bad Boys und ich bin mir sicher, dass ihm trotz seiner arroganten Ausstrahlung die Fan-Herzen nur so zufliegen!

Insgesamt hat es L.J. Shen geschafft tolle Charaktere zu kreieren. Vor allem Emilia und ihre Schwester haben mich ziemlich schnell auf ihre Seite gezogen. Nur Vicious konnte mich nicht völlig von sich überzeugen, denn für meinen Geschmack ist er zu rücksichtslos, zu manipulativ, zu arrogant, um mein Herz höher schlagen zu lassen. Dass er dennoch bookboyfriend– Potential hat, habe ich bereits in einigen Büchergruppen in den sozialen Netzwerken mitbekommen und zum Glück sind diese Einschätzungen ja subjektiv.

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Der Schreibstil kommt recht schlicht und einfach daher, dennoch mit einer Prise Humor, die wir vor allem Emilias Kapiteln zu verdanken haben. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht beider Protagonisten, meistens im Wechsel, was mir hier wirklich gut gefallen hat. Vor allem Vicious’ Handlungen wären sonst in vielen Momenten absolut unsinnig erschienen.

Vicicous Love bietet dem Leser eine spannende Geschichte voller Geheimnisse mit wohl dosierter Erotik und sogar ein bisschen Gefühl, was ich unheimlich angenehm fand. Das Buch hat mich gut unterhalten, die Seiten flogen nur so dahin. Doch auch wenn es einige Klischees bedient, bin ich froh, dass ich  mal wieder einen Ausflug in einen Literaturbereich unternommen habe, den ich lange gemieden habe und würde dieses Buch definitiv als leichte Lektüre für zwischendurch empfehlen, auch wenn ich nun immer noch nicht der größte Fan dieses Genres bin, kann ich es auf jeden Fall als Lesetipp einordnen.


Unternehmt ihr auch ab und an Ausflüge in Literaturbereiche, die ihr sonst meidet und wie waren eure bisherigen Erfahrungen damit? Und kennt ihr dieses Buch vielleicht sogar schon?

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Das sagt His and her books:

Ganz gleich wie klischeehaft und oft gehört die „Cinderella“-Story rund um Emilia und ihren reichen „Prinzen“ Vicious ist, sie war genau so, wie es ein Leser des Genres erwartet: heiß.

Das sagt Bookalicious:

Vicious Love ist für mich ein gelungenes Buch mit ganz großem Suchtfaktor. Ich war in diesem Sog gefangen und hatte keine Chance daraus auszubrechen.

3 Comments

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