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Rezension | Rachael Lippincott, Mikki Daughtry & Tobias Iaconis: Drei Schritte zu dir

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Ich muss dich einfach vorwarnen: es wird gefühlsduselig. Vielleicht spiele ich auch ein wenig den Moralapostel. Und ganz bestimmt werde ich dir ein Buch empfehlen, das mich einfach aus den Socken gehauen hat und von dem ich überzeugt bin, dass auch du es lesen solltest. Die Rede ist von einem Titel, der im Moment dank des Kinofilms einen ziemlichen Hype erlebt. Doch da ich mich von diesem im Vorfeld absolut fern gehalten habe, kann ich jetzt nicht anders und muss dieses Meisterwerk auch feiern. Drei Schritte zu dir ist wirklich so gut wie alle sagen. Und ich sage das jetzt auch.


Klappentext:

»Ich habe die Bedeutung von menschlicher Berührung nie verstanden…bis ich sie nicht haben konnte.«

Stellas einzige Überlebenschance ist eine neue Lunge. Bis es soweit ist, muss sie sich von allem und jedem fernhalten, um ihr ohnehin schwaches Immunsystem nicht zu gefährden. Ohne Ausnahme.

Will ist ganz anders – er lässt sich nicht unterkriegen und ist bereit, auf volles Risiko zu gehen. Sobald er 18 ist, wird er dem Krankenhaus den Rücken kehren, um endlich mehr von der Welt zu sehen.

Vor allem aber ist Will jemand, von dem Stella sich fernhalten muss. Wenn er sie auch nur anpustet, könnte sie infiziert werden. Beide könnten sterben. Aber je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto mehr fühlt sich der vorgeschriebene Sicherheitsabstand zwischen ihnen wie eine Strafe an. Wäre ein bisschen mehr Nähe wirklich so tödlich – vor allem, wenn sie verhindert, dass ihre Herzen brechen?

Details:

dtv Verlag – 304 Seiten – Hardcover – 16,95€ – Erschienen am 24.5.2019 –


Stella verbringt schon seit sie klein war viel Zeit im Krankenhaus. Ihr größter Wunsch: eine neue Lunge, denn die würde ihr mehr Zeit verschaffen. Stella hat nämlich Mukoviszidose, eine Krankheit, die ihre Lungenfunktion erheblich beeinträchtigt. Als wieder ein neuer Krankenhausaufenthalt ansteht, ahnt das Mädchen noch nicht, dass dieser der vermutlich aufregendste ihres Lebens sein wird. Denn bisher kannte sie Will nicht und er wird ihre Welt gehörig auf den Kopf stellen.

Mein Gott, was bin ich emotional. Als ich das Buch gestern gelesen habe, brauchte ich gefühlt zehn Packungen Taschentücher und nun läuft es schon wieder, wenn ich nur den Klappentext lese. Dieses Buch hat mich wirklich fertig gemacht und kostet mich auch jetzt noch hundert Nerven, was mich ehrlich gesagt echt erleichtert. In letzter Zeit hatte ich immer wieder das Gefühl, dass mich das Lesen nicht mehr so erfüllt; dass ich mich nicht mehr so in die Geschichten hineinversetzen kann, wie ich es früher konnte. Drei Schritte zu dir hat mir allerdings gezeigt, dass es nur die richtige Story braucht, um mich in ein emotionales Wrack zu verwandeln. Und diese Erkenntnis ist absolut großartig für mich!

Was aber noch viel großartiger ist, ist die Geschichte von Stella und Will. Ich mochte beide Charaktere auf Anhieb so unfassbar gern, dass ich sie schon nach den ersten paar Seiten am liebsten ständig geknuddelt hätte. Stellas Ordnungswahn, Wills rebellische Anti-Haltung, Stellas Aufopferungsbereitschaft, Wills Coolness– ich habe sie einfach geliebt! Generell finde ich die Figuren so stark und echt, dass ich wirklich bei allem dabei war. Ich habe mit Barb Kontrollgänge durch das Krankenhaus gemacht, habe mit Poe Fußball gespielt, bin als Stellas Mutter den Blicken ihres Vaters ausgewichen und hatte permanent den Geruch von Desinfektionsmittel in der Nase. Dieses Buch nimmt den Leser bei der Hand und lässt ihn bis zur letzten Seite nicht mehr los.

Einen großen Anteil an dieser wundervollen Leseerfahrung hat natürlich auch der Schreibstil. Obwohl sich die Geschichte mit einem ernsten Thema befasst, fliegen die Seiten leicht und beschwingt dahin und kommt gar nicht so ernst und schwer daher, wie man es vielleicht zu Anfang gedacht hätte. Ganz nebenbei erfährt man einige wissenswerte Details über eine Krankheit, mit der ich persönlich noch absolut keinen Berührungspunkt hatte und bei deren Nennung mir zunächst nur Fragezeichen im Gesicht standen. Ich kann hier also nur als jemand sprechen, der in keinster Weise davon betroffen ist. Doch ich hatte das Gefühl, dass mit der Thematik Mukoviszidose sehr sensibel und sorgsam umgegangen wurde. Ohne zu viele medizinische Details bekommt man im Laufe des Buchs einen guten Überblick über die Symptome, Krankheitsverlauf und über alles die alltäglichen Einschränkungen, mit denen Erkrankte zu kämpfen haben. Dass es heutzutage immer noch Krankheiten gibt, die wir nicht heilen können, finde ich immer wieder unfassbar schwer nachzuvollziehen und führt einem wieder vor Augen wie dankbar man für jeden Tag sein sollte, den man gesund verbringen kann.

Doch ich möchte gar nicht zu sehr die Moralkeule schwingen. Neben dem unfassbar guten Inhalt ist Drei Schritte zu dir auch noch ein richtiger Blickfang. Wer wissen möchte, was hinter diesem großartigen Cover steckt, kommt allerdings nicht drumherum das Buch zu lesen. Und das lohnt sich wirklich, also lies es einfach. Für mich ist diese Geschichte zum heutigen Tag mein unangefochtenes Jahreshighlight und ein absolutes Herzensbuch. Ich bin immer noch sprachlos, den Tränen nahe und einfach verliebt. Vertrau mir, es ist es wert.

 

 

 

One Comment

  • Sarah Ricchizzi

    Hallo liebe Rika,

    hach, du hast mir diesen Roman richtig schmackhaft gemacht. Deine Begeisterung steckt an und ich habe ihn mir bereits vorgemerkt und werde ihn mir sicherlich nächsten Monat direkt kaufen.

    Alles Liebe,
    Sarah

Was ich kurz sagen wollte... (Dein Kommentar geht danach in die Prüfung zur Freischaltung! ♥)