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Rezension | V.E. Schwab: Vicious– Das Böse in uns

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Ich liebe böse Charaktere! Damit meine ich nicht den Klischee-Bad Boy, sondern zynische, dunkle Figuren. Solche, denen du nachts lieber nicht allein begegnen möchtest, die aber gleichzeitig eine morbide Faszination in dir wecken. Die magst du auch? Dann könnte es kaum ein besseres Buch für dich geben als Vicious. Willkommen in der Welt der Superhelden, die so gar nicht heldenhaft sind!


Klappentext:

Victor Vale und Eli Ever wollen sterben. Allerdings nicht, um tot zu bleiben, sondern um mit außergewöhnlichen Fähigkeiten wieder aufzuerstehen. Als junge, brillante Medizinstudenten wissen sie genau, was sie tun. Sie planen das Experiment minutiös ­? und haben Erfolg: Beide kommen verwandelt wieder ins Leben zurück. Eli entwickelt eine erstaunliche Regenerationskraft und wird praktisch unsterblich, Victor kann anderen Schmerz zufügen oder nehmen. Was sie nicht unter Kontrolle haben, ist die Tragödie, die durch ihr Experiment ausgelöst wird. Denn Superkräfte allein machen keine Helden …

Details:

Fischer Tor – 400 Seiten – Broschiert – 16,99€ – Erschienen am 27.11.2019 –


Seit Tagen versuche ich jetzt die richtigen Worte für dieses Buch zu finden und es treibt mich so langsam in den Wahnsinn! Wie kann ich den Inhalt zusammenfassen ohne zu spoilern? Was gibt es zu Eli und Victor zu sagen? Reicht es nicht aus, wenn ich einfach schreibe “LIES DIESES BUCH!”? Wahrscheinlich nicht, oder? Na gut, weil du es bist…

Ich muss gestehen, dass ich zu den beiden Protagonisten nicht wirklich eine Beziehung aufbauen konnte. In Anbetracht der Tatsache, dass beide aber alles andere als sympathische Zeitgenossen sind, finde ich das auch gar nicht so schlimm. Die beiden sind schlichtweg sehr komplexe und interessante, aber eben auch durchaus bösartige Männer. Interessant war auf jeden Fall der Aspekt, dass beide durchaus berechtigte Gründe ins Feld führen können, die ihr Handeln zumindest für sie selbst legitimieren. Immer wieder habe ich mich dabei erwischt, wie ich ihre Denkmuster und Beweggründe für mich selbst hinterfragt habe und ich bin nicht sicher, wann ein (Fantasy-)Buch mich zuletzt so zum Nachdenken angeregt hat.

Generell muss ich sagen, dass mir vor allem die Atmosphäre in der Geschichte sehr gut gefiel. Ich fühlte mich dabei stark an die Sin City-Filme erinnert. Vor allem die teils sehr kurzen Kapitel erweckten bei mir immer wieder den Eindruck eigentlich einen Film zu lesen, in dem ständig von Szene zu Szene gewechselt wird und verschiedene Perspektiven gezeigt wurden. Mir persönlich hat das unheimlich gut gefallen! Dazu kommt, dass die Story recht brutal und blutig erzählt wird, was den Eindruck des Actionfilms nur noch mehr verstärkte und eine sehr angenehme Kurzweil mit sich brachte.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt der kurzen Kapitel war, dass ich das Buch dadurch noch weniger aus der Hand legen wollte. Bei längeren Abschnitten in Büchern überlege ich oft, ob ich das jetzt noch lesen möchte oder Feierabend mache. Hier war hingegen der Gedanke “Ach, die drei Seiten kannst du jetzt auch noch lesen!” ständig präsent, sodass ich oft über meine eingeplante Lesezeit hinaus an das Buch gefesselt war. Ich wollte einfach ständig wissen, was als nächstes passiert, da sich die Geschichte durch Zeitsprünge und Perspektivwechsel erst Stück für Stück aufbaut und so ein Spannungsbogen aufgebaut wird, der es wirklich in sich hat!

Vicious war im Januar definitiv mein Highlight! Ich hatte viel Spaß dabei die unterschiedlichen Fähigkeiten der EOs zu entdecken und vor allem Victors und Elis einstige Freundschaft und aktuelle Beziehung zu ergründen. Wenn du also Bock auf ein Buch hast, das wirklich mal etwas ganz anderes zu bieten hat, dann bist du mit diesem Titel wirklich gut beraten!

Was ich kurz sagen wollte... (Dein Kommentar geht danach in die Prüfung zur Freischaltung! ♥)